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Home > >>Zu den Fotoalben<< > Historische und neue Ansichtskarten "Werne"
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Das Krieger Denkmal (Germania) in Bochum Werne.
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Freundliche Leihgabe
Heimatstube Langendreer


In einer Auflistung aus dem Jahre 1881 waren im Landkreis Bochum – auf das heutige Gebiet von Bochum bezogen – bereits mehrere Kriegerdenkmäler in unterschiedlichen Säulenformen vorhanden. Sie trugen einen Adler, ein Kreuz oder einen Reichsapfel und erinnerten an die gefallenen Soldaten der jeweiligen Gemeinde in den Kriegen zwischen 1813/14 und 1870/71.
In der zuvor erwähnten Liste sind zwei Germania-Denkmäler genannt, von denen sich eine in Wiemelhausen und eine in Werne befand. Die Wiemelhauser Germania stand auf einer Zinksäule.
Das hiesige Germania-Denkmal wurde durch die politische Gemeinde zur Erinnerung an die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Soldaten Wernes errichtet und am Sedanstag des Jahres 1879 enthüllt. Es stand auf der Landspitze, die durch die heutige Kreyenfeldstraße und die Wittekindstraße gebildet wird; die Vorderfront war etwa gegen Osten ausgerichtet.
Das im Grundriss quadratische Postament aus Teutoburger-Wald-Sandstein hatte eine Höhe von 9 Fuß und 10 Zoll, das entspricht 3,0 Meter. Grundlage bildete ein dreistufiges Podest, dessen untere Stufe eine Kantenlänge von ca. 3,0 Meter und die obere von ca. 1,9 Meter hatte.
Auf diesem lag ein Sockelstein mit den ungefähren Abmessungen von ca. 1,5 Metern Kantenlänge und ca. 0,5 Meter Höhe. Darauf stand der eigentliche Denkmalsockel mit einer Kantenlänge von rund 1,4 Meter und einer Höhe von etwa 2,0 Metern. An diesem Bauteil waren auf allen vier Seiten jeweils ein quadratischer Steinspiegel mit der Kantenlänge von etwa 70 cm in den Denkmalsockel eingelassen, die Inschriften trugen. Auf der Frontseite: „Wer muthig für sein Vaterland gefallen, / Der baut sich selbst ein ewig Monument / Im treuen Herzen seiner Landesbrüder; / Und dies Gebäude stürzt kein Sturmwind nieder.“ Auf der Rückseite: „Gott schütze Germania´s Heldensöhne.“ Auf der rechten Seite standen die Namen der Gefallenen und auf der linken Seite: „Ihren tapferen Kriegern, die Gemeinde Werne.“
Über dem Postament erhob sich die Germania aus Gildehauser Stein mit einer Höhe von 7 Fuß und 6 Zoll, umgerechnet 2,30 Meter. Das linke Bein hatte sie etwas angewinkelt und dadurch leicht erhöht abgestellt. Sie trug ein bodenlanges Gewand, welches im oberen Bereich glatt und brustbetont und von der Hüfte ab faltenwerfend bis zum Boden reichte. Ein vorne geöffneter, langer Umhang bedeckte ihre Schultern und lag locker auf dem Postament auf. Das nach hinten offen getragene, gelockte Haar überdeckte den Umhang im gesamten Schulterbereich und das nach vorne rechts gesenkte Haupt war mit einem Eichenlaubkranz gekrönt. In der rechten Hand hielt sie vor sich einen Lorbeerkranz in Hüfthöhe. An der linken Seite hatte sie neben ihrem angewinkelten Bein ein Schild abgestellt, auf dem ihre Hand aufgelegt war. Ob sie zusätzlich an ihrer linken Seite ein gesenktes Schwert hielt, welches mit der Spitze auf dem Boden aufstand, ist aus den vorhandenen Fotos nicht eindeutig auszumachen und scheint wenig wahrscheinlich.
Im Gegensatz zu vielen anderen Germania-Darstellungen, die ihr Haupt weitblickend gerichtet trugen und in einer Hand die Krone hoch erhoben zeigten – so auch beim Denkmal im benachbarten Langendreer –, ist die hiesige Allegorie dem stehenden, trauernden Typus zuzuschreiben, wobei die Haltung als grundlegendes Kriterium anzusehen ist und das Adjektiv „weniger das Gefühl, sondern die daraus resultierende stereotype Gestik und Mimik benennt.“
Die geneigte Kopfhaltung, der gesenkte Blick, das abgestellte Schild, das wohl fehlende Schwert und der nur wenig angehobenen Lorbeerkranz verweisen auf den Charakter einer Gedenkstätte für die Gefallenen und grenzen es gegenüber der anderen Darstellungskategorie mit einer eher selbstbewussten, überlegenen Siegerpose ab. Möglicherweise liegt das daran, dass es sich bei der Werner Germania um eine relativ früh errichtete Statue handelte und die später weitverbreitete Vorlage der Germania auf dem Niederwald zum Zeitpunkt der Denkmalsetzung in Werne erst im Bau und noch nicht fertiggestellt war. Gewiss hatten sich die Gemeindevertreter als Errichter und Finanziers des hiesigen Denkmals ganz bewusst für die trauernde Darstellungsart entschieden.
In Langendreer wurde die dortige Germania 1886 nahe der südwestlichen Ecke des Marktplatzes aufgestellt und kam am 16. November 1981 ins Stadtarchiv Bochum, um einem weiteren Verfall durch Verwitterung vorzubeugen.
Im Jahre 1897 wurde Wernes altes Kapellen- und Schulgebäude im Rücken der Germania abgerissen und das Gelände in eine kleine Grünanlage umgewandelt. Aufgrund der abzusehenden Fertigstellung und Übergabe des neuen Amtshauses am 1. August 1899 änderte sich die Situation der dort zusammentreffenden Straßenführungen durch die Schaffung eines großzügigen Kreuzungsbereichs, so wie er heute noch vorzufinden ist. Hierzu wurde die Germania abgenommen, renoviert und nach Fertigstellung der Straßenbauarbeiten in der Grünanlage, die „von den Bewohnern als Erholungsstätte benutzt“ wurde, wieder aufgestellt.
Abbildung 1 zeigt die Situation nach der Neuaufstellung im Jahre 1899. Bei intensiver Betrachtung der vergrößerten vorderen Texttafel fällt auf, dass eine andere Inschrift zu lesen ist, als zuvor angegeben. Nunmehr ist hier die Parole der konservativ-militärischen Landwehrvereine „Mit Gott für König und Vaterland“ zu erkennen. Möglicherweise wurde der Text im Rahmen der Renovierung ausgewechselt. Ein genauer Nachweis oder gar eine Begründung hierzu sind dem Verfasser nicht bekannt.
Nur wenige Meter weiter westlich ihres ursprünglichen Platzes stand die Germania, bis sie am 15. März 1944 bei einem Luftangriff von ihrem Sockel stürzte und vollständig zerbrach. Dabei rollte der Kopf die Wittekindstraße hinunter und wurde von den Eheleuten Dembeck aufgelesen und in deren Garten aufbewahrt. Seit Januar 2002 befindet er sich in der Obhut des Verfassers dieses Artikels, der sich um eine Wiederaufstellung in möglichst naher Entfernung zum Originalplatz und geschützt vor Witterungseinflüssen und Vandalismus bemüht, um ihn als historisches Relikt der damaligen Zeit wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine dauerhafte Installation im Flur des Werner Amtshauses wurde von der Mehrheit des Bezirksparlaments ebenso abgelehnt, wie eine bauliche Integration in das Werner Ehrenmal beim diesjährigen Umbau desselben.

Quelle: Bochumer Zeitpunkte 2002
Öffentliche Denkmäler in Bochum-Werne
Peter Kracht
Langendreerummo1100b.jpg Kinderheim1000.jpg Krieger_Denkmal_Werne.jpg Portrait-Langendreer.wmv Ecke_Luensender_1000.jpg

ummo  [Feb 16, 2013 at 12:20 PM]
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